Sonntag, 21. November 2010

Artikel im Perlentaucher: Von der Macht der Beschwichtigung ... #Ashtiani #Journalisten #BamS #iranelection

Hallo, bitte lest diesen Beitrag ... Vielleicht könntet ihr ja auch geplante Demonstrationen in Solidarität mit den zwei deutschen Reportern in den Kommentaren posten ... Der Blogger freut sich über Reaktionen ...

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Ein ungutes Schweigen umgibt den Fall der beiden deutschen Journalisten, die vom iranischen Regime mit Spionagevorwürfen ins Gefängnis gesteckt wurden, weil sie über die drohende Steinigung Sakineh Ashtianis berichten wollten. Am Montag wurden die beiden wie Kriegsbeute im iranischen Fernsehen vorgeführt. Getrennt voneinander antworteten sie auf Fragen. Was sie sagten, war nicht zu verstehen, der Ton ihrer Stimmen wurde vom Kommentar in Farsi überdeckt.
Die Tagesschau brachte eine dürre Meldung: "Im Iran spitzt sich der Fall der beiden Deutschen zu. Die iranische Justiz beschuldigte heute beide Männer offiziell der Spionage - Sie hätten illegal als Reporter im Iran gearbeitet. Sie wollten in Täbris Angehörige einer Frau befragen, die wegen angeblichen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden ist. Das iranische Fernsehen zeigte Interviews mit beiden Männern. Das Auswärtige Amt bemüht sich um eine diplomatische Lösung."
Die Namen der beiden Journalisten darf die Öffentlichkeit nicht erfahren. Man erhielt nur stückchenweise Informationen über die beiden. Erst war nur von zwei Deutschen die Rede, die vielleicht Reporter waren. Dann erfuhr man, dass die mutmaßlichen Reporter vielleicht für die Bild-Zeitung unterwegs waren. Der Springer Verlag mochte zunächst nichts bestätigen. "Von einer Verhaftung von Mitarbeitern unseres Verlages ist uns nicht bekannt", zitierte die SZ den Pressesprecher Tobias Fröhlich nach der Festnahme der beiden. Im Auswärtigen Amt sagt ein Sprecher zur Absicherung der eigenen Position: "Auch der in der Presse genannte Arbeitgeber nennt die Namen nicht".
Erst nachdem die Journalisten im iranischen Fernsehen präsentiert worden waren, bestätigte die Bild, dass es sich um Journalisten ihres Blattes handelt. Sie wollten den Sohn der von Steinigung bedrohten Sakineh Ashtiani interviewen. Der Sohn und ein Anwalt sind bei der Gelegenheit ebenfalls verhaftet worden. Befeuert durch die nebulöse Informationspolitik kursierten bald die wildesten Gerüchte: Gehörten die beiden zum BND? Sind sie nicht selber schuld, wenn sie die iranischen Pressegesetze verletzen? fragten Leser bei Spiegel online.
Warum soll die Öffentlichkeit die Namen eigentlich nicht wissen? Im Auswärtigen Amt bestreitet man, dass es eine Empfehlung der Diplomaten gebe, die Namen nicht zu nennen. Das Amt selber unterlasse die Nennung aus rein datenschutz- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen, sagt ein Sprecher gegenüber dem Perlentaucher. Journalisten aber seien frei, die Namen zu nennen, es sei nur nicht üblich, das zu tun.
Aber kein Journalist, kein Medium, hat die Namen bisher ausgesprochen.
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